SUCHE

FACHGRUPPE

Bitte auswählen
Kategorie wählenPin setzen

THEMEN

Bitte auswählen
Kategorie wählenPin setzen

JAHR

alle Jahre
alle Jahre
2018
2017
2016

OPTIONEN

ZURÜCKSETZEN

NEWS
(5)

 
Autor
Tanja Riester


Arzneimittelvertrieb in Deutschland

23.04.2018 | Ärzte (niedergelassen)
Der Vertrieb von Arzneimitteln in Deutschland ist im AMG geregelt.

Unterschieden wird zwischen:

  • Verschreibungspflichtige Arzneimittel: Ärztliche Verordnung erforderlich, Abgabe nur in Apotheken möglich
  • Apothekenpflichtige Arzneimittel: Keine ärztliche Verordnung erforderlich, Abgabe nur in Apotheken
  • Frei verkäufliche Arzneimittel (OTC-Arzneimittel) z. B. Heilwasser, bestimmte Mund- und Rachentherapeutika, Multivitamine, pflanzliche Mittel): Freistellung von der Verschreibungs- und Apothekenpflicht, Verkauf z.B. in Drogerie- und Verbrauchermärkten, Reformhäusern möglich, Grundlage hierfür: Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit
  • Arzneimittelgroßhandel: Apotheken erhalten den Großteil der Arzneimittel nicht direkt vom Hersteller, sondern über den Großhandel




Kommentar:



2015 gab es in Deutschland 20.249 niedergelassene (öffentliche) Apotheken und 390 Krankenhausapotheken (vgl. Statistisches Bundesamt 2017b). Im Rahmen dieses Jahrbuchs wird der Fokus auf niedergelassene Apotheken gelegt.

Niederlassungsfreiheit

  • In Deutschland darf überall und jederzeit eine Apotheke gegründet werden (Voraussetzung: entsprechende Gesetze werden befolgt, darunter das Apothekengesetz und die Apothekenbetriebsordnung)
  • Vergleich z.B. Großbritannien: keine uneingeschränkte Niederlassungsfreiheit, sondern Bedarfsprüfung durch den Staat


Wettbewerb

  • Preiswettbewerb bei rezeptfreien Medikamenten (OTC)
  • Service-, Leistungs- und Qualitätswettbewerb: z.B. wie schnell wird ein Rezept beliefert, wie gut wird über Neben- und Wechselwirkungen aufgeklärt oder wieviel Prävention und Vorsorge wird betrieben?
  • Vertragswettbewerb: Beispiele sind hier Hausapotheken-, Homöopathie- oder Blutzuckercheck-Verträge mit einzelnen Krankenkassen


Mehrbesitzverbot

Einschränkung (seit 2004): Apotheker dürfen bis zu drei Filialen zusätzlich zu ihrer Hauptapotheke besitzen.

Fremdbesitzverbot

Apotheken dürfen nur von selbstständigen Apothekern und nicht von Kapitalgesellschaften betrieben werden.

Versandhandel

Der Arzneimittelversandhandel ist seit dem Jahr 2004 gestattet (§ 43 Abs. 1 AMG). Inzwischen haben rund 3.000 der öffentlichen Apotheken die Zulassung als Versandapotheke erhalten (= 15%). Zugelassene Versandapotheken in Deutschland sind immer auch vollwertige Vor-Ort-Apotheken. Der Großteil der Apotheken betreibt den Versandhandel lediglich als Zusatzgeschäft.



Quelle:

Jahrbuch für Ärzte und Zahnärzte 2018, Kapitel 5.3, S. 244 ff.



Zum Jahrbuch für Ärzte und Zahnärzte 2018

https://www.rebmann-research.de/produkt/jahrbuch



 
Autor
Dr. Elisabeth Leonhard


Brandenburg: Neue Förderrunde zur Sicherstellung der Versorgung

20.04.2018 | Ärzte (niedergelassen)
Vertragsärzten, die sich in (drohend) unterversorgten Gebieten in Brandenburg niederlassen, stehen auch im laufenden Jahr Fördermittel der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) und der Krankenkassen zur Verfügung. Dem Beschluss des gemeinsamen Landesausschusses zufolge wurden insgesamt 22 Regionen Brandenburgs als Fördergebiete ausgewiesen (vgl. Tabelle). In den Jahren 2006 bis 2017 wurden bereits 64 Praxen über den gemeinsam von KV und Kassen finanzierten Strukturfonds unterstützt. Dabei sind im Einzelfall Fördermittel von bis zu 55.000 Euro je Vertragsarzt möglich.

Tabelle: Fördergebiete nach Fachgruppe

FacharztgruppePlanungsbereiche
Hausärzte
  • Beeskow
  • Eberswalde
  • Eisenhüttenstadt
  • Herzberg (Elster)
  • Kyritz
  • Lauchhammer-Schwarzheide
  • Lübbenau
  • Schwedt/Oder
  • Seelow
  • Senftenberg-Großräschen
  • Spremberg
Kinderheilkunde
  • Bad Freienwalde
  • Eisenhüttenstadt
  • Elsterwerda-Bad Liebenwerda
  • Finsterwalde
  • Senftenberg-Großräschen
Frauenheilkunde
  • Bad Freienwalde
  • Eberswalde
  • Guben
Augenärzte
  • Eisenhüttenstadt
  • Kyritz
  • Lauchhammer-Schwarzheide
  • Lübben
  • Prenzlau
  • Zehdenick-Gransee
  • Guben (Stadt)
Dermatologie
  • Beeskow
  • Pritzwalk-Wittstock/Dosse
  • Templin
  • Zehdenick-Gransee
  • Frankfurt/Oder (Stadt)
HNO-Heilkunde
  • Perleberg-Wittenberge



Kommentar:



Neben der für alle KVen üblichen Niederlassungsförderung über den Strukturfonds verfügt die KVBB mit ihren sog. RegioMed-Praxen über ein besonderes Instrument zur Versorgungssicherung. Hierbei handelt es sich um Eigeneinrichtungen der KV, die mit angestellten Ärzten betrieben werden. Über die Anstellung in einer KV RegioMed Praxis bietet die KVBB jungen Ärzten die Möglichkeit, ohne finanzielles Risiko in die ambulante Tätigkeit zu starten. Dabei steht es den Nachwuchsmedizinern offen, die Praxis zu einem späteren Zeitpunkt in eigener Niederlassung zu übernehmen. Erst vor Kurzem gelang es, auf diese Weise die hausärztliche Versorgung in Joachimsthal langfristig zu sichern. Dort hat seit Anfang April eine zuvor angestellte Hausärztin die seit 2013 bestehende KV RegioMed Praxis in Eigenregie übernommen.



Quelle: https://www.kvbb.de/presse/pressemitteilungen/newsdetail/article/bis-zu-55000-euro-zuschuss/38/archive/2018/



 
Autor
Dr. Elisabeth Leonhard


KV Nordrhein tritt Falk bei

19.04.2018 | Ärzte (niedergelassen)
Seit Kurzem zählt auch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KV No) zur Freien Allianz der Länder-KVen (FALK). Damit umfasst die FALK nun acht KVen mit insgesamt 110.000 - fast zwei Drittel - der 170.000 in Deutschland tätigen, Vertragsärzte und -psychotherapeuten. Erklärtes Ziel der Selbstverwaltungsvertretung ist es, die Interessen der Ärzteschaft und Psychotherapeuten u.a. bei den aktuellen gesundheitspolitischen Vorhaben der großen Koalition zu vertreten. Erst Ende April 2018 hatte sich die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) der Vereinigung angeschlossen.



Kommentar:



Die Freie Allianz der Länder-KVen entstand Anfang Mai 2011 als Interessensvertretung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten auf Bundesebene. Initiatoren waren die vier KVen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Die KV Westfalen-Lippe und das Saarland schlossen sich dem Bündnis im Jahr 2015 an. Die FALK-Vertretung hat ihren Sitz in Berlin und nutzt die Nähe zu Parlament und Regierung, um Einfluss auf alle relevanten gesundheits- und versorgungspolitischen Themen zu nehmen. Im Fokus steht dabei vor allem der Einsatz für die "Freiberuflichkeit der Praxen und für einen möglichst breiten Handlungs- und Gestaltungsspielraum der ärztlichen Selbstverwaltung auf Landesebene".



Quelle:

https://www.kvno.de/60neues/2018/pm_falk/index.html



 
Autor
Dr. Elisabeth Leonhard


Südwesten: Landarztstipendium gegen den Ärztemangel

18.04.2018 | Hausärzte
Das Land Baden-Württemberg hat ein Stipendienprogramm für Medizinstudierende aufgelegt. Ziel ist es, Ärzte für unterversorgte ländliche Regionen zu gewinnen.

Antragsberechtigt sind grundsätzlich alle Studierenden des Studiengangs Humanmedizin an einer deutschen Hochschule, die mindestens im 7. Fachsemester eingeschrieben sind. Bewerbungen aus Baden-Württemberg werden jedoch bevorzugt behandelt. Voraussetzung für eine Förderung ist die Verpflichtung, die fachärztliche Weiterbildung in einem der ausgewiesenen Fördergebiete in Baden-Württemberg zu absolvieren sowie dort nach erfolgreichem Abschluss eine hausärztliche Tätigkeit aufzunehmen.

Stipendiaten erhalten eine monatliche Förderung von jeweils 300 Euro für die Dauer von maximal zwei Jahren. Ferner stehen zur Erhöhung der Attraktivität des Blockpraktikums im ländlichen Raum weitere 150 Euro für zusätzliche Fahrt- und Übernachtungskosten zur Verfügung. Der Fördermitteltopf des Landes beläuft sich auf insgesamt 300.000 Euro. Neben der monetären Förderung soll im Rahmen des Programms ein regelmäßiger Austausch mit der KWBW-VerbundweiterbildungPLUS, der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) und dem Hausärzteverband stattfinden.

Die Koordination erfolgt über die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg. Diese richtet ferner eine Auswahlkommission ein, die sich aus je einem Vertreter der Universitäten Tübingen, Ulm, Freiburg, Mannheim und Heidelberg zusammensetzt. Jede Universität verfügt über ein Stipendienkontingent, das sie an geeignete Bewerber vergeben darf.

Mit der späten Förderung unterscheidet sich das baden-württembergische Stipendienprogramm von jenen anderer Bundesländer. Die Praxis zeigt, dass Medizinstudierende die Entscheidung über die Wahl der Fachgruppe meist nicht während der ersten Semester, sondern erst im späteren Verlauf des klinischen Abschnitts treffen. Deshalb sollen über die frühestens ab dem 7. Fachsemester greifende Förderung jene angehenden Mediziner erreicht werden, die sich tatsächlich für eine spätere Landarztkarriere eignen.

Eine Antragstellung ist ab sofort möglich. Bewerbungsschluss ist der 31.10.2018.



Kommentar:



Auch Baden-Württemberg ist mittlerweile von einem ausgeprägten Hausärztemangel betroffen. Laut Angeben der KVBW sind bereits heute rund 500 Hausarztstellen unbesetzt. Zunehmend sind auch Städte betroffen, was sich für die Patienten dort unter anderem in längeren Anfahrts- und Wartezeiten niederschlägt. In der Landeshauptstadt Stuttgart selbst sind 18% der Hausarztsitze vakant.



Quelle:

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/stipendienprogramm.143544.0.html



 
Autor
Dr. Elisabeth Leonhard


Grippeimpfung: Kassen übernehmen künftig Vierfach-Impfstoff

17.04.2018 | Ärzte (niedergelassen)
Gesetzlich Krankenversicherte haben im Vorfeld der kommenden Grippesaison 2018/19 ein Anrecht auf einen Vierfach-Impfstoff gegen Grippe. Dies geht aus einem aktuellen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hervor. Damit folgt das gemeinsame Gremium aus Vertragsärzten und Kassen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), die zu einem Vierfach-Impfstoff mit der jeweils aktuellen von der WHO empfohlenen Antigenkombination rät. Der Beschluss zur Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie tritt nach Zustimmung des Bundesgesundheitsministeriums und der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Die Grippeimpfung wird für bestimmte Risikogruppen (Menschen über 60 Jahre, Alten- und Pflegeheimbewohner, Schwangere, Personen mit definierten Vorerkrankungen sowie medizinisches Personal) empfohlen.



Kommentar:



Bislang gab es hinsichtlich der Kostenübernahme bei Grippeimpfungen keine Spezifikation bezüglich der Verwendung eines Drei- oder Vierfach-Impfstoffs. Aufgrund der deutlich höheren Kosten des Vierfach-Impfstoffs hatten sich vor dem G-BA-Beschluss nur einige wenige Krankenkassen zu einer Kostenübernahme bereit erklärt. Die jüngste Grippewelle fiel jedoch gerade deshalb besonders heftig aus, weil lediglich ein Dreifach-Impfstoff zum Einsatz gekommen und die Schutzwirkung nur gering war. Sie erreichte in der KW 10 ihren Höhepunkt mit insgesamt 58.561 gemeldeten Grippefällen und damit ein Zehn-Jahres-Hoch. Zur Information: Grippeviren kommen in der Gruppe der Influenza A und Influenza B jeweils in zwei verschiedenen Varianten vor. In der vergangenen Saison war ausgerechnet jene Variante des Influenza-B-Virus sehr aktiv, gegen die der Dreifach-Impfstoff keinen Schutz bot.



Quelle:

https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/740/



Nach obenNach Oben